Konzepte der Lehr- und Ausbildungssupervision – gibt es das?

Astrid Hassler, 05.04.2019

Immer wieder ist zu hören, es gäbe keine Konzepte der Lehr- und Ausbildungssupervision (LSV/ASV). Wie ist das möglich? Fachpersonen machen seit Jahrzehnten LSV/ASV und können ihr Vorgehen und ihre Interventionen auch begründen. Folglich müssten sehr wohl aus der Praxis heraus entstandene Konzepte vorhanden sein und praktiziert werden. Wo sind diese Konzepte zu finden?

Es lassen sich zwei unterschiedliche Arten von Konzepten beschreiben. Konzepte, die sich auf die inhaltliche Ebene, auf die Prozessgestaltung und auf die Interventionen in der LSV/ASV beziehen. Es handelt sich dabei um Handlungskonzepte. Des Weiteren finden sich Konzepte, die sich auf die konzeptuelle Einbindung der LSV/ASV innerhalb einer Ausbildung beziehen. Konzeptuell geregelt sind Ziele, Aufgaben, Kompetenzen und die Rückkoppelungsprozesse innerhalb der Ausbildung. In der Praxis sind meist beide konzeptuellen Vorstellungen miteinander verflochten.

Handlungskonzepte

In der Lehrsupervision wird mit reflexiven Konzepten der Supervision gearbeitet wie zum Beispiel die Arbeit nach dem Modell des Reflecting Team. In der Ausbildungssupervision wird mit den Interventionsmethoden des zu erlernenden Berufs gearbeitet. So werden in der Ausbildungssupervision von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern auch sozialarbeiterische Interventionen angewandt und entsprechend reflektiert. Dies sind bereits Handlungskonzepte im weitesten Sinne, die in die LSV/ASV übertragen wurden. Eines der ältesten und bekanntesten Handlungskonzepte ist die Balint-Arbeit aus den 1950er-Jahren. Elizabeth Holloway beschreibt in ihrem «Clinical Supervision – A Systems Approach» (1998) ein umfassendes Handlungskonzept für die Ausbildung von klinischen Beraterinnen und Beratern. 2011 veröffentlicht Astrid Hassler ein Handlungskonzept, das sowohl für die Lehrsupervision als auch für die Ausbildungssupervision in verschiedensten Ausbildungen angewendet werden kann. Dieses Handlungskonzept bezieht nicht nur reflexive Konzepte aus der Supervision, sondern auch reflexive Konzepte des Lehrens und Lernens mit ein.

Konzeptuelle Einbindung der Lehr- und Ausbildungssupervision

Ausbildungsinstitute binden die LSV/ASV unterschiedlich in die Gesamtausbildung ein. Diese konzeptuelle Einbindung ist meist in einem Konzept LSV/ASV beschrieben. Sie kann von einer geringen bis zu einer starken Rückkoppelung reichen. Dahinter steckt immer ein für die LSV/ASV fachliches, begründetes Ziel, das einen sinnvollen Baustein innerhalb der Gesamtausbildung darstellt. Grosse Unterschiede in diesen Konzepten finden sich zum Beispiel zwischen Ausbildungssupervision in therapeutischen Ausbildungen und der Lehrsupervision in systemisch ausgerichteten beraterischen Ausbildungen. Freitag-Becker et al. (2017) haben einige dieser Konzepte im Buch «Lehrsupervision im Fokus» zusammengetragen. Ausbildungskonzepte tragen damit zur Konzeptualisierung der LSV/ASV bei.

Konzepte der Lehr- und Ausbildungssupervision – Ja, es gibt sie!

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